Sehenswürdigkeit

Die Wiege von Berlin

Nikolaiviertel in Berlin

Nikolaiviertel in Berlin

Das Nikolaiviertel liegt in Berlin Mitte, am Ufer der Spree zwischen dem Fluss, der Rathausstraße, der Spandauer Straße und dem Mühlendamm.

Das Areal ist das älteste Siedlungsgebiet Berlins.

Im Mittelpunkt des Nikolaiviertels am Nikolaikirchplatz steht die Nikolaikirche.

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Adresse

Nikolaiviertel
10178 Berlin Mitte

Kontakt

Telefon
030/3339 509

Anfahrt

U-Bahn U2
Bus 248, M48

Map / Stadtplan

Stadtplan Berlin

Geschichte

Gerichtslaube im Berliner Nikolaiviertel

Im Mittelalter verlief an der Stelle des Nicolaiviertels eine Handelsstraße.

Handwerker und Händler ließen sich an der Kreuzung von Spree und Handelsstraße nieder.

Um 1200 wurde die spätromanische Feldsteinbasilika St. Nikolai gebaut. Hier entwickelte sich eine Siedlung mit zwei Kernbereichen:

Berlin, die etwas größere Ansiedlung. Sie entstand östlich der Spree. Das kleinere Cölln direkt lag direkt gegenüber, am westlichen Ufer. Beide Orte waren durch den Mühlendamm miteinander verbunden.

Um das Jahr 1230 erhielten beide Siedlungen die Stadtrechte.

Die erste erhaltene Urkunde, in der Cölln erwähnt wird, stammt vom 28. Oktober 1237. Berlin wird erst am 26. Januar 1244 in einem Schriftstück genannt. Weil beide Städte bald zusammenwuchsen, gilt 1237 als Geburtsjahr Berlins. Die großen Stadtjubiläen orientieren sich an diesem Datum. (Es gibt Bezirke in Berlin die noch älter sind als Cölln und Berlin)

Am 20. März 1307 wurden die beiden Orte zur Doppelstadt Berlin-Cölln vereinigt.

Wirtschaftskraft und Wohlstand erlaubten es der Bürgerschaft, ihr zentrales Bauwerk, die Nikolaikirche, um 1264 auzubauen. Es entstand eine gotische Hallenkirche, die auch in den folgenden Jahrhunderten immer wieder verändert wurde. Wesentliches Merkmal der Kirche blieb bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die asymmetrische mittelalterliche Fassade mit einen schlanken Turm. Der Kirchenturm wurde erst in den 1870er Jahren durch einen neugotischen Doppelturm ersetzt wurde.

Während die Stadt Berlin sich ständig ausdehnte, veränderte sich das Nikolaiviertel kaum. In ihr wohnten und arbeiteten hauptsächlich Handwerker in den engen, winkligen Gassen.

Bild zeigt die Gerichtslaube

Gebäude

Gebäude im Nicolaiviertel

Einige herausragende Bauwerke unterbrachen die weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Strukturen.

Am südlichen Rand des Viertels wurde 1766 auf dem Grundstück Mühlendamm Ecke Poststraße vom Hofjuwelier und Finanzier Friedrichs des Großen, Veitel Heine Ephraim, das Ephraim-Palais in Rokoko Stiel mit Putten, steinernen Vasen und filigranen, vergoldeten Balkongittern gebaut.

Ganz in der Nähe in der Poststraße Ecke Probststraße, steht das Knoblauchhaus das ebenfalls um 1760 im Stil des Spätbarock erbaut wurde. Es war der Wohnsitz einer wohlhabenden und einflussreichen Einwandererfamilie aus Ungarn.

Das Kurfürstenhaus in der Poststraße 5, ist ein Renaissancebau aus rotem Sandstein. Es wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil umgebaut. Benannt wurde das Kurfürstenhaus nach dem Kurfürsten Johann Sigismund (1572–1619).

Bild zeigt die Propststraße

Abriss

Im Zusammenhang mit der 700-Jahrfeier Berlins im Jahr 1937 begannen Planungen, das Nikolaiviertel grundlegend umzugestalten. Geplant war einige der äußerst baufälligen und maroden Häuser abzutragen. An ihre Stelle sollten Fassaden wertvoller historischer Berliner Bürgerhäuser aufgestellt worden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Nikolaiviertel stark beschädigt. Nach Kriegsende wurden alle Überreste beseitigt. Die DDR Regierung ließ auch weniger zerstörte Gebäude abreißen und wollte an dessen Stelle ein Hafenbecken errichten.

Die Situation änderte sich als die 750-Jahrfeier Berlins bevorstand. Auf dem Brachland sollte ein touristisch anziehendes Stadtviertel entstehen. Es sollte Deviesen einbringen und Linientreue Arbeiter ein neues Zuhause bieten.

Plattenbauten und teilweise rekonstruierte Gebäude, Straßen und Plätzen sind das Ergebnis das unterschiedlich beurteilt wird.

Neugestaltung

Drachentötung im NicolaiviertelIm Zuge des Wiederaufbaus des Nikolaiviertels wurden einige Gebäude rekonstruiert. Überwiegend wurden Neubauten, die teils mit historisierenden Fassaden, teils in angepasster industrieller Plattenbauweise besonderer Art mit Giebeln, Ornamenten und schmiedeeisernem Zierrat, aber auch mit Kippfenstern und modern zugeschnittenen Wohnungen errichtet. Die Nachbildung der Bürgerhäuser hinter der Nikolaikirche sind wohl am originalgetreuesten gelungen.

Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Nikolaikirche wurde, bis auf die Turmhelme wiederhergestellt.

Eine Reihe von kleinen Bürgerhäusern, vor allem im Umkreis der Kirche, entstand in historischen Formen vollständig neu.

Das Ephraim-Palais wurde um 12 Meter von seinem ursprünglichen Standort versetzt und neu gebaut.

Das Gasthaus „Zum Nußbaum“, war Stammlokal prominenter Künstler wie Heinrich Zille, Otto Nagel und Claire Waldoff. Es wurde als Kopie am Nikolaikirchplatz errichtet. Das 1571 erbaute Original befand sich auf der Fischerinsel.

Als weiteres historisches Gasthaus wurde das Gasthaus „Zur Rippe“ als Kopie neu gebaut.

Auch die „Gerichtslaube“ ist eine Kopie, des alten Berliner Rathauses, das heute als Restaurant genutzt wird.

Die Bronzeskulptur St. Georg im Kampf mit dem Drachen von 1853 wurde auf einem kleinen Platz am Spreeufer wieder aufgestellt. Sie Skulptur stand ursprünglich im Hof des Berliner Stadtschlosses das von der kommunistischen Herrschaft gesprenkt wurde.

Die engen Gassen folgen überlieferten Grundrissen und sind nach alten Vorbildern gepflastert. Auf einer Fläche von ca 50.000 m² leben rund 2000 Einwohner in rund 800 Wohnungen. Es gibt ca 33 Ladengeschäfte, 22 Gaststätten und verschiedene museale Einrichtungen. Die Nikolaikirche, das Knoblauchhaus und das Ephraim-Palais stehen den Besuchern zur Besichtigung offen.

Das Nikolaiviertel ist eine synthetische Altstadt im Stil von Disneyland und ist eine schwer erträgliche Mischung unterschiedlichster Versatzstücke.

Bild zeigt die Skulptur St. Georg im Kampf mit dem Drachen